Dreifaltigkeit

Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!
2 Kor 13,13

Kaum habe ich begonnen, an die Einheit zu denken, und schon taucht die Dreifaltigkeit mich in ihren Glanz. Kaum habe ich begonnen, an die Dreifaltigkeit zu denken, und schon überwältigt mich wieder die Einheit.
Gregor von Nazianz

Die Gleichung a n + b n = c n ist für positive ganze Zahlen a , b , c , n unlösbar, wenn n größer als zwei ist.
Großer Fermatscher Satz

Fermats „letzter Satz“ ist eines der großen Rätsel der Mathematik. Pierre de Fermat schrieb seine Vermutung im 17. Jahrhundert als Randnotiz in ein altes, griechisches Mathematikbuch und ergänzte sie mit der Bemerkung: Ich habe hierfür einen wahrhaft wunderbaren Beweis entdeckt, doch ist dieser Rand hier zu schmal, um ihn zu fassen. Über 350 Jahre hinweg versuchten die großen Geister der Mathematik, diesen wunderbaren Beweis zu finden, doch erst Andrew Wiles konnte 1994 nach zehnjähriger intensiver Forschung Fermats Vermutung bestätigen. Eine der Faszinationen dieses Rätsels besteht darin, dass die Grundannahme recht einfach auch für Laien zu verstehen ist, während die Beweisführung unendlich komplizierte modulare Mathematik und die Berechnung elliptischer Kurven voraussetzt  ein schönes Bild für das große Grundgeheimnis unseres Glaubens, die Göttliche Dreifaltigkeit. Wir glauben an einen Gott in drei Personen: Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist. Jeder kann diese Aussage verstehen, aber wenn man erklären will, was sie bedeutet, wie der scheinbare Widerspruch zu denken und aufzulösen ist, benötigt man höhere Mathematik, will sagen: hohe Theologie und abstrakte philosophische Begriffe und Denkmuster, die nicht eben so zu erklären sind. Da kann man fragen: Warum muss das so kompliziert sein? Die Antwort lautet: Weil es der Wirklichkeit entspricht. Modulare Funktionen bilden eine Wirklichkeit ab, die unser Vorstellungsvermögen sprengt, so wie der Gedanke an ein Universum mit sechs oder elf Dimensionen unvorstellbar ist, wie es in der theoretischen Physik vorgeschlagen wird. Einen Gott, den ich ganz und gar verstehen kann, ist ein plumper, einfacher, grober, fehlerhafter, unvollkommener Götze, der nichts mit der Größe, Schönheit, Perfektion, Vollkommenheit, Makellosigkeit, Komplexität und Wahrheit unseres Gottes zu tun hat. Und zweitens: Es funktioniert. Komplizierteste Berechnungen, die wir Ottonormalmathematiker nicht überschauen, bringen Satelliten ins All und Menschen auf den Mond. Auch der christliche Glaube, der unsere Phantaise, unser Vorstellungsvermögen und unsere Vernunft übersteigt (aber niemals unvernünftig ist), funktioniert. Wir gelangen zwar nicht auf den Mond, aber in den Himmel, die Dimension Gottes, die uns seit der Auferstehung Christi (das zweite komplexe Grundgeheimnis unseres Glaubens) offensteht. Durch Christus gelangen wir in der Kraft des Heiligen Geistes zum himmlischen Vater, um dort in Ewigkeit Erfüllung, Vollendung und reines Glück zu finden. Es gibt die These, dass der Beweis, den Fermat mit den Mitteln der Mathematik seiner Zeit gefunden hat, noch nicht entdeckt wurde. Vielleicht geht es doch einfacher und eleganter. Wir Christen kennen eine elegante Abkürzung ins Herz des Dreifaltigen Gottes. Wenn wir die Liebe leben, die er uns als sein Wesen geoffenbart hat, nimmt das Geheimnis seines göttlichen Lebens in unserem menschlichen Leben immer mehr Gestalt an.