Himmel

Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.
Gen 1,1

Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr.
Offb 21,1

In der Heiligen Schrift bezeichnet das Wortpaar „Himmel und Erde“ alles, was existiert: die gesamte Schöpfung. … „Der Himmel“ bezeichnet aber auch den eigentlichen „Ort“ Gottes – er ist ja „unser Vater im Himmel“ (Mt 5, 16)
KKK 326

Die englische Sprache kennt zwei Begriffe für den Himmel: sky und heaven. sky ist der Himmel über uns, das Firmament. Von ihm spricht auch die Bibel, nach alten Vorstellungen ist es als hohle Halbkugel über der Erde gespannt, über sich den Himmelsozean tragend, hat Öffnungen und ruht auf Säulen. An ihm bewegen sich die Gestirne: Sonne, Mond und Sterne. heaven ist der Himmel Gottes, sein Ort, seine Wohnung, die Heimat der Engel und himmlischen Heerscharen. In diesen Himmel, zum Vater, ist Christus nach seiner Auferstehung zurückgekehrt: „Denn Christus ist nicht in ein von Menschenhand gemachtes Heiligtum hineingegangen, in ein Abbild des wirklichen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor Gottes Angesicht zu erscheinen für uns.“ (Hebr 9, 24) Und weil der Christ dort sein soll, wo Christus ist (Joh 14, 3), ist dieser Himmel Gottes auch unser Ziel, unsere wahre Heimat in Ewigkeit. „Eins hab ich mir vorgenommen: in den Himmel will ich kommen!“ lernten Generationen von Katechismusschülern auswendig und dieser Vorsatz hat bis heute nicht an Aktualität verloren. Doch so fest wir auch dieses große Ziel ins Auge fassen – vorstellen können wir uns nur schwer, wie das einmal sein wird. Unsere Phantasie reicht nicht aus, das Geheimnis des Himmels zu ergründen. Die Bibel beschreibt den Himmel als rauschendes Fest des Lebens (Jes 25, 6-9) oder als Vaterhaus, in dem uns eine Wohnung bereitet ist (Joh 14, 1-4). Klar ist allemal: Im Himmel sind wir nicht alleine, der Himmel ist Gemeinschaft: mit dem Dreifaltigen Gott, mit Maria und allen Engeln und Heiligen und ist so „das letzte Ziel und die Erfüllung der tiefsten Sehnsüchte des Menschen, der Zustand höchsten, endgültigen Glücks“ (KKK 1024). Und keine Angst: Langweilig wird es nicht! „Die Ewigkeit Gottes wird nicht erfahren als unbegrenzte Dauer, die sich endlos hinzieht, sondern als eine Dauer, die ihre ganze Ausdehnung gleichsam wie in einem Augenblick zusammenballt. Und dieser eine Augenblick währt die ganze Ewigkeit. Das ewige Leben wird uns wie ein Geschenk erscheinen, das wir je neu erhalten. Die Überraschung des ersten Augenblicks geht niemals verloren. Die ewige Freude verschleißt nicht; denn Gott erneuert alles, und zwar fortwährend. Er ist ein kreativ Liebender, der das Herz der, die er liebt, immer neu zu entzücken weiß.“ (Jan Bots)