Reden wir mal richtig übers Geld!

Vorschlag von Ulrich Filler für ein Kirchensteuer-Experiment

Artikel für das PUR-magazin (2020)

Ende Juli hat sich Katharina Westerhorstmann zu Wort gemeldet. Die katholische Theologin, die den „Synodalen Weg“ begleitet, rief dazu auf, den Umgang mit dem skandalösen Missbrauchsskandal nicht für eine Liberalisierung der katholischen Sexualmoral zu instrumentalisieren, sondern die Aufarbeitung ernsthaft und dem wichtigen Thema angemessen voranzutreiben: „Anstatt sich auf die Anerkennung von außerehelichen Geschlechtsbeziehungen, Selbstbefriedigung, homosexuellen Handlungen, künstlicher Empfängnisverhütung und die Kommunionszulassung zivil verheirateter Geschiedener zu konzentrieren, sollte man verstärkt Missbrauchsfälle mit Missbrauchsfällen vergleichen, wie es etwa die Unabhängige Kommission der Bundesregierung tut. Dass darüber hinaus spezifisch kirchliche Aspekte des Missbrauchs thematisiert werden müssen, steht außer Frage.“ Ein begrüßenswerter Vorschlag, der in die richtige Richtung geht. Denn in der deutschen katholischen Kirche sehen wir in den Diskussionen des aktuellen „Synodalen Wegs“ das alte Phänomen: Die (deutschen) Katholiken machen das, was alle anderen auch machen – nur etwa zwanzig Jahre später. Anstatt sich in ewig gleichen und frustrierenden Diskussionen zu verlieren, sollte man etwas Neues wagen. Die notorische Konzentration der innerkirchlichen Diskussion auf Themen der Schlafzimmertheologie oder des Frauenpriestertums ist ermüdend und gerade für Außenstehende unattraktiv. Wann endlich kommen wir auf den Trichter und sagen: Okay, das katholische Angebot mag sich merkwürdig und weltfremd anhören. Aber es ist in unserer durchsexualisierten Gesellschaft mal eine echte und interessante Alternative.
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